Auf ein Wort!

Geborgenheit


So spricht der Herr:
Ich bin herniedergefahren,
dass ich sie errette aus der Ägypter Hand und
sie herausführe in ein gutes und weites Land,
in eine Land, darin Milch und Honig fließt. 
(2. Mose 3,8)

 

Liebes Gemeindemitglied,

Geborgenheit ist ein Gefühl, das sich einstellt, wenn es mir gut geht: das Land ist weit, es gibt Nahrung in Fülle, ich bin „angekommen“ und genieße die Fülle  des Lebens. „Die Schwalbe hat ein Nest gefunden“, heißt es im Psalm 84,4.  Das Volk Israel hat eine Bleibe  gefunden im gelobten Land. Zerstörer der Geborgenheit sind – Angst, Furcht, Sorgen, Flucht und Krieg, Heimatlosigkeit, Einsamkeit, Vereinsamung, die harte Tyrannenhand der Ägypter,  aber auch Stress, Hektik, Unruhe und Unsicherheit.  Ich denke an meine Kindheit bei meinen Großeltern in Rommerskirchen, wenn ich das Wort Geborgenheit höre. Die Hühner flitzten über den Hof, meine Cousins stritten wieder mit den Lichters, die nebenan wohnten, auf der Straße spielten wir  Fußball  – den ganzen Tag.  Hier – so empfand ich es   - flossen  Milch und Honig. Die Verhältnisse waren einfach! Mittags  gab es  Kartoffelsuppe und nachmittags ein Waldmeistereis – aber wir waren zufrieden, wir fühlten uns geborgen. Der Philosoph Martin Heidegger – und das schätze ich an ihm – wies in seinen Überlegungen unermüdlich darauf hin, wie wichtig für uns Menschen  diese Bodenständigkeit und diese Beheimatung sind. Ein Mensch, der seine Wurzeln verliert, ist ein Spielball im Wind. Er wird unsicher und die Angst erobert sein Herz. Er wird aggressiv,  er wird ungerecht.

Die Philosophin Thea Dorn hat in unseren Tagen ein Buch geschrieben: deutsch, nicht dumpf. Ein Leitfaden für aufgeklärte Patrioten. Frau Dorn  macht deutlich, wie furchtbar der „braune Sumpf“ zurzeit  in unserem Land ist! Nie wieder Rassismus! Sie macht aber ebenfalls  deutlich, wie wichtig es  gerade für die  Geborgenheit  ist, dass wir, die Bürger und Christen,  unser Land mit seinen Grundrechten,  unser Land mit seiner Sprache, seiner Kultur und auch mit seinen Kirchen lieben und achten! Denn Europa ist großartig!  Hätten die Israeliten unter Josua unser Europa gesehen – sie hätten vor Entzücken getanzt. Dies ist wahrlich ein Land, in dem Milch und Honig fließen.
Liebe Gemeindemitglieder, lasst uns daran arbeiten, dass es so bleibt.

Euer Siegfried Kuttner