Aus Presbyterium und Gemeindeleben

Wie läuft das eigentlich mit der Kollekte?

Kollekten sind ein wichtiger Bestandteil der gottesdienstlichen Handlungen:
Schon der Apostel Paulus kümmerte sich um bedürftige Gemeinden: Erbarmen, Mitgefühl, Achtsamkeit für die Bedürfnisse anderer Menschen sind unsere christlichen Grundhaltungen.
Seit es die Kirche gibt, gibt es auch diesen Brauch.
Klingelbeutel, Ausgangskollekte und Opferstock, diese drei Kollekten-Arten sind in unseren Gottesdiensten eingebettet. Sie dienen dazu, geistliche, diakonische und soziale Projekte zu unterstützen.
Wir erinnern uns, dass Martin Luther den Ablasshandel arg kritisierte, der absolut nichts mit Barmherzigkeit zu tun hatte. Das hat sich im Laufe der Jahrhunderte geändert.
Heute empfiehlt die rheinische Landeskirche in dem jährlich neu verfassten Kollektenplan geeignete Zweckbestimmungen, überlässt den Gemeinden aber auch die Verantwortung und genügend Spielraum für eigene Zweckbestimmungen. Die Mitglieder des Diakonieausschusses erarbeiten jedes Jahr daraus Vorschläge, die dem Presbyterium zu Beschlussfassung vorgelegt werden. Dabei werden seit vielen Jahren sowohl förderungswürdige Projekte aus dem näheren Wohnumfeld der eigenen Gemeinde als auch humanitäre Hilfen aller Art, wie z.B. Hilfe zur Selbsthilfe in aller Welt und die Weltmission unterstützt. Zu Beginn des Gottesdienstes wird der Sinn und jeweilige Zweck der Kollekte mitgeteilt.
Wie lange mag es wohl noch im Klingelbeutel „klingeln“?, denn Banken nehmen gar kein Münzgeld oder nur noch gegen Gebühr an. „Banken meiden das Münzgeld wie der Teufel das Weihwasser“ – so las ich es kürzlich.
Die Zukunft entwickelt sich wohl zum digitalen Klingelbeutel und zum elektronischen Opferstock, sicherlich eine notwendige und zeitgemäße Ergänzung zur traditionellen Bargeld-Kollekte. In Berlin und in Hannover gab es 2018 bereits Testphasen mit einem speziellen Lesegerät für Bankkarten.
Ehrlich, so richtig kann ich mir das Procedere mit einem Lesegerät auf oder an dem Klingelbeutel noch nicht vorstellen; dennoch – auch wir werden wohl mit der Zeit gehen und uns irgendwann für die digitale Kollekte fit machen müssen. Ich bin gespannt, wie sie sich in unserer Gemeinde einführen lässt und entwickeln wird.
(Almut Maier)