Aus Presbyterium und Gemeindeleben

Will Kirche eine Zukunft haben, muss sie jedem, der dazugehört, eines bieten: Heimat. Er oder sie muss sich an mindestens einer Stelle der Gemeinde wohlfühlen, also geborgen sein. Es ist eine Binsenweisheit und spätestens seit den Pietisten im 17. und 18. Jahrhundert allgemein bekannt, dass das besonders gut in Hauskreisen funktioniert.

Auch hier in Ehrenfeld haben wir diese Tradition: In den mir vorliegenden alten Chroniken ist öfter die Rede davon und um 1900 herum wurde in solchen Hauskreisen so oft Abendmahl gefeiert, dass dafür sogar ein Preis festgelegt wurde!
Ich kann mich gut daran erinnern, dass wir in den 1990er Jahren bis vor ca. 10 Jahren Hauskreise hatten. Zunächst nur einen, der aber immer größer wurde. Da es zum Wesen eines Hauskreises gehört, dass er in Privatwohnungen stattfindet, ist seine Teilnehmerzahl sehr beschränkt. Ein zweiter entstand, wobei die Verbindungen der Menschen in beiden Kreisen so eng waren, dass eine Unterscheidung wer in welchen Kreis „gehörte“ gar nicht möglich war.

Die Gespräche drehten sich um alles, was zum alltäglichen Leben und Glauben gehört. Manchmal reichte es schon, gemeinsam zu essen oder etwas zu trinken. Siegfried Kuttner war auch dabei, aber nicht als Pfarrer im Dienst, sondern als „Normalo“, so wie wir. Die Vertrautheit war so groß, dass viele Freundschaften entstanden.

Allerdings gilt hier auch das, was schon in der Bibel steht (Buch Prediger Salomo): „Alles hat seine Zeit“. Mitglieder sind verstorben oder weggezogen, die Hauskreisidee ist eingeschlafen.

Ich bin mir aber sicher: Sie kommt irgendwann wieder.

Joachim Metzner