Aus Presbyterium und Gemeindeleben

Digitales Glockengeläut

Vor über einem Jahr habe ich ganz euphorisch darüber berichtet, dass wir ein „digitales Glockengeläut“ für die Versöhnungskirche anschaffen. Da hat uns die Landeskirche einen Strich durch die Rechnung gemacht. Mit einer – wie ich finde - so drolligen Begründung, dass ich sie hier auszugsweise wiedergebe.

Bereits Ende 2015 hat das Presbyterium entschieden, die Anschaffung von Glocken (oder dem digitalen Pendant) einzuleiten. Daraufhin wurde der Glockensachverständige einbezogen, der als Gutachter nachfolgende Kernaussage getroffen hat: "Ein Geläut vom Tonband ist - analog zu einer Fata Morgana - eine akustische Täuschung und daher für den liturgischen Gebrauch ungeeignet". Da das Presbyterium dies nur als Votum eines Beraters empfand, fragten wir bei der Landeskirche nach und wurden darüber informiert, dass eine solche Anschaffung der Genehmigung der Landeskirche bedarf. Es ist aber bei Kirchen ohne Kirchturm die akustische Täuschung durch ein digitales Geläut nochmals verstärkt, sodass einer Genehmigung im vorliegenden Fall derzeit keine Erfolgsaussichten zugesprochen werden können. Ein ernüchterndes Ergebnis!

Ich erinnere daran, dass unsere Vor-Vorgänger von 1876 nach Fertigstellung und Weihe der Friedenskirche, die noch ohne Turm war, unverzüglich auch den Bau des Turms in Angriff nahmen, um Flagge zu zeigen - gegen den Willen des ersten Pfarrers der Gemeinde.


Joachim Metzner