Die Natur ist der beste Lehrmeister

Wo die Kinderarche an der Subbelrather Straße zu Hause war, ist jetzt eine große Baustelle. Mit den Gebäuden ist auch das wundervolle Außengelände verschwunden, das durch jahrelangen, zum Teil ehrenamtlichen Einsatz von Eltern, Kindern und Mitarbeiterinnen entstanden war.
Mit dem neuen Gebäude soll für die Kinder nun ein besonderer Lernraum entstehen: der naturspielraum. Beate Robie, Leiterin der Kinderarche, erklärt uns, warum das Naturerleben für die Kinder so wichtig ist.

Frau Robie, was unterscheidet den naturspielraum von einem „normalen“ Spielplatz draußen?
Es ist MEHR als nur ein Spielplatz, es ist eine kleine, naturnahe Oase, mitten in der verkehrs- und betonbelasteten Stadt. Wir möchten, dass die Kinder den Umgang und die Vertrautheit mit der Natur zurückgewinnen und ihre Bedürfnisse nach Entdeckung und Experimentieren entfalten können. Die Kinder sollen nach Herzenslust üben zu schwingen, hangeln, klettern, balancieren, springen, hüpfen, rutschen, krabbeln. Mit den individuell entworfenen, naturnahen Elementen, z.B. einem Trittweg über Baumstümpfe, lernen die Kinder mutig zu sein, sich auszuprobieren, aber auch den Mut zu haben etwas (noch) nicht zu tun. Das ist ganz anders als auf „möblierten“ Spielplätzen mit Geräten von der Stange, wo sich die Kinder auf eine Schaukel setzen und sich anschubsen lassen.  

In wieweit beziehen Sie die Natur in den Spielraum mit ein?
Wir verwenden nur natürliche Materialien, wie Holz oder Hanfseile und lassen die vorhandenen Elemente, wie Erde und Gras, mit ins Spiel einfließen. Ein Herzstück ist unsere Wasserstelle, ein ganz wichtiges Element in der Natur. Zudem wird alles an das vorhandene Gelände angepasst – nicht umgekehrt.

Wie können die Kinder Erfahrungen mit der Natur machen?
Die Natur ist der beste, der nachhaltigste, der interessanteste Lehrmeister. Es gibt so viel zu beobachten: Pflanzen und Tiere, wie Eichhörnchen, Vögel, Insekten, Spinnen, Regenwürmer… Die Kinder erleben, wie sich alles im Verlauf der Jahreszeiten wandelt. Wasser gibt es bei uns nicht nur im Hochsommer. Die Kinder können auch im Winter an der Wasserstelle spielen und erfahren, wie sich das Wasser verändert, zum Beispiel weil es einfriert. Wir pflanzen Obstbäume und Hochbeete. Da lässt sich gut beobachten, wie im Frühjahr alles blüht, im Sommer zur Ernte reif ist und im Herbst zu Laub wird.

Was sollten Kinder noch über die Natur wissen?
Wir alle haben die Aufgabe den Kindern zu vermitteln, dass Gottes Schöpfung bewahrt werden muss. Dass wir verantwortungsbewusst mit den Ressourcen umgehen müssen. An unserer Wasserstelle gibt es beispielsweise keinen Wasserhahn, der ununterbrochen Wasser „spuckt“. Die Kinder müssen das Wasser selbst in Eimern hintragen und wenn sie es „sinnlos“ versickern lassen, dann ist es erstmal weg. Wir achten darauf, dass kein Müll liegen bleibt. Die Kinder sollen die Pflanzen schützen und vorsichtig mit den Tieren umgehen, die dort leben.
Foto: 1-2 Bilder aus dem pdf „Plan A3“, zum Beispiel Nummer 2, 4, 5 oder 10
Der Plan selbst könnte natürlich auch verwendet wird, gemeinsam mit den vielen Bildern (s. jpeg „Bebauungsplan“). Ich denke aber, dass das in unserem A5-Gemeindebrief viiiiiel zu klein wird.

Wir haben die Kita-Kinder gefragt, was ihnen derzeit in der Eisheiligenstraße fehlt und was sie beim Spielen draußen mögen, wenn sie die Natur beobachten:

Amber: „Mir fehlt die Wasserstelle, spielen mit Wasser macht Spaß und man kann ausprobieren, was schwimmt und wieviel Wasser man für Matschepampe braucht.“
Ole: „Draußen im Häuschen kann man sich unterstellen und am Dach die Regentropfen auffangen.“
Oskar: „Ich mag, dass das Obst an Bäumen wächst, hmmm, sooo leckere Äpfel.“
Milan: „In der alten Kita gab es eine Rutsche. Mir fehlt eine Rutsche. Ich mag gern Natur, weil das so schön aussieht. Einfach nur in den Himmel schauen. Und ich mag Regenwürmer so gerne. Wenn die Regenwürmer heißen, dann bestehen die aus Regen.“
Pia: „Ich liebe Schmetterlinge, weil die so schön bunt sind!“