Urbanes Familienkloster »EisHeiligen«

Die ersten Wochen aus dem urbanen Familienkloster

In den letzten Wochen hat sich mein Alltag vollständig verändert: Das familiäre Zusammenleben, die Gestaltung sozialer Kontakte, Einkaufen, Home-Office, ...

Wie bei uns allen, denken Sie sich bestimmt. Doch ich beziehe diese Veränderungen nicht nur auf die Corona-Krise, sondern ebenso auf den Start unseres urbanen Familienklosters!

Mit acht Erwachsenen und drei Kindern bewohnen wir nun das alte Gemeindehaus in der Eisheiligenstraße und entdecken unseren gemeinsamen Alltag: in der Wohnküche wird morgens der Kaffee geteilt, im Büro findet jede*r einen Stammplatz, draußen helfen die Kids bei der Gartenarbeit und abends um 19 Uhr wird der Trompete gelauscht. Essen wir heute zusammen? Wann besprechen wir unsere gemeinsame Ökonomie? Kann ich mir euer Lastenrad leihen? Finden wir Zeit für ein gemeinsames Gebet? Es wird ein Ständchen zum Geburtstag gesungen, das erste geflügelte Wort gepflegt und mit aller Vorsicht der erste Frust angesprochen. Außerdem entwickeln sich die ersten Strukturen: Jede Partei kocht einmal die Woche für alle.

Eine kurze, familientaugliche Liturgie für das tägliche Gebet wird erprobt. Die Einkäufe werden zusammengelegt und die Aufgaben einer internen Moderation unserer Plenen definiert. In alledem spüren wir, dass wir uns gerade erst auf einen gemeinsamen Weg gemacht haben und freuen uns darauf, zu einem urbanen Familienkloster zu werden. Was auch immer das genau sein wird…

Marian Hennig