Ökumenische Bustour in die Pfalz - Rückblick

Nach dem großen Erfolg der Reise ins „Lutherland“ 2017 haben sich im Oktober des vergangenen Jahres erneut etliche Mitglieder unserer Gemeinde auf die Spuren des Reformators begeben. Diesmal ging´ s in die Pfalz. Sachkundig begleitet wurde die ökumenische Bustour von den Pfarren Martin Dielmann und Henry Schwirten, die von einem nahezu allwissenden Reiseleiter unterstützt wurden.
Auch wenn der Schwerpunkt nicht bei Luther selbst lag, so standen doch S2210061.JPG zahlreiche Kirchen auf dem Programm. Das waren nicht nur die berühmten Kaiserdome von Mainz, Worms und Speyer, sondern auch weniger bekannte Gotteshäuser, die die Folgen der Reformation repräsentieren. So wird die Stiftskirche in Neustadt an der Weinstraße seit 1709 sowohl von der reformierten als auch von der katholischen Gemeinde genutzt. Dabei handelt es sich aber um keine Simultankirche, wie wir sie vom Altenberger Dom kennen. Damit sich beide Konfessionen nicht in die Quere kommen, hat man in der Mitte einfach eine Mauer eingezogen und getrennte Eingänge errichtet, was nicht unbedingt für ein entspanntes ökumenisches Miteinander spricht.
Höchst eindrucksvoll war auch die um 1900 erbaute evangelische Gedächtniskirche in Speyer, ein Erinnerungsbau an den Reichstag, der 1529 in der Stadt abgehalten wurde. Damals haben hier protestantische Reichsfürsten die ungehinderte Ausbreitung ihres Glaubens gefordert. Die im neugotischen Stil errichtete Kirche hatte allerdings nicht nur Befürworter. Der Theologe Karl Barth soll bedauert haben, dass sie im Zweiten Weltkrieg vom Bombenhagel verschont blieb. Wir hingegen waren von der Atmosphäre und den bunten Fenstern mit Motiven aus der Reformationszeit sehr angetan.
Den Abschluss der Reise, die uns auch nach Heidelberg und auf das Hambacher Schloss führte, bildete der Besuch der alten Kaiserstadt Worms, zunächst mit einem gemeinsamen Besuch der Sonntagsmesse im Wormser Dom. Gleich nebenan befand sich übrigens das Gebäude, in dem 1521 jener Reichstag stattfand, auf dem Luther seine Thesen verteidigt und die berühmten Worte gesprochen haben soll: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders.“ Damals wurde in Worms bekanntlich Weltgeschichte geschrieben...

Karin Feuerstein-Praßer