Auf ein Wort

Gott nahe zu sein ist mein Glück
Psaml 73, 28

Liebe Leserinnen und Leser!

Was ist Glück? Eine Antwort darauf ist immer persönlich gefärbt, je nachdem, woran ich denke und welche Bilder mir in den Sinn kommen. So unterschiedlich wir empfinden, so unter-schiedlich ist das Gefühl von Glück für uns.

Der Beter des Psalm 73 beschäftigt sich mit einer grundsätzlichen Frage des Glaubens: Was bringt es, an Gott zu glauben und seine Gebote zu befolgen?

Es ist nicht einfach, die Frage nach dem Zusammenhang von Glauben und persönlichem Glück zu beantworten. Wie der Psalmbeter erleben auch wir immer beides: Got-tes sichtbare Segensspuren in unserem Leben und gleichzeitig Zumutungen und menschenver-achtenden Egoismus, wie ja auch in den letzten Monaten unter und mit Corona.

Ganz und gar rätselhaft bleibt für den Psalmbeter, wie Menschen Gott lästern können und keine Kon-sequenzen zu tragen haben. Sie führen ein Leben im Überfluss. Der Blick auf das schöne Leben der reichen Angeber und Gottesfrevler macht ihn neidisch. Neid sticht im Herzen und macht bitter (Vers 21). Um Abstand und Klarheit zu gewinnen, wendet der Psalmbeter sich Gott zu. Er geht in den Tempel, um nachzudenken und zu beten.

In der Begegnung mit Gott, findet er eine Antwort. Ein „Dennoch“ markiert im Psalm den Übergang: „Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand.“ (Vers 23) In Gedanken könnte man dieses gläubiges Dennoch ergänzen: Ich bleibe dennoch bei Gott, auch wenn ich dadurch nicht mehr Geld habe. Ich bleibe dennoch bei Gott, auch wenn mir dadurch keine Gesundheit garantiert wird. Ich bleibe dennoch bei Gott, weil er mich hält und mir ein ganz anderes Glück schenkt.

Gott nahe zu sein – jetzt und für immer – das ist mein Glück.
Dieses Dennoch gilt es immer wieder neu zu erleben. Denn der
Wunsch nach einem glücklichen Leben wird bleiben, aber auch die Zusage, dass Jesus Christus ihn erfüllen wird.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen Sommer voller Glück.

Ihr Martin Dielmann