Auf ein Wort

Und er wird der Friede (Schalom) sein.
Micha 5, 4a

Liebe Gemeindemitglieder,

am 11. Dezember 321 erlässt der römische Kaiser Konstantin ein Edikt. Es legt fest, dass Juden städtische Ämter in der Stadtverwaltung Kölns bekleiden dürfen. Dieses Edikt belegt eindeutig, dass jüdische Gemeinden bereits seit der Spät-antike wichtiger Bestandteil der europä-ischen Kultur sind.

»1700 Jahre jüdisches Leben in Köln und in Deutschland« – dies ist Anlass für ein großes Fest im Jahr 2021. Unsere Ehrenfelder Gemeinde ist seit langer Zeit mit Israel verbunden. Ob es das Ernst-Flatow-Haus ist oder eine Dokumentation »Jüdisches Leben in Ehrenfeld«, die unsere Gemeinde 1988 in Auftrag gab, der christlich-jüdische Dialog ist uns Ehrenfeldern wichtig.

Wie viele bedeutende Persönlichkeiten erwuchsen aus der Verbindung mit ­Israel? Albert Einstein, Franz Kafka, ­Sigmund Freud, Marc Chagall, Gustav Mahler, Martin Buber… Und auch ­Jesus selbst war Jude und blieb Zeit seines ­Lebens mit seinem Volk verbunden (Schalom Ben-Chorin, Bruder Jesus, dtv). Zu meiner großen Freude wurde im vergangenen Jahr bekannt, dass die deutsche Komponistin und Organistin Lili Wieruszowski (10. Dezember 1899 bis 2. März 1971) in den Jahren 1922-1925 die Orgel der Friedenskirche spielte. Ihre Eltern waren Juden und so musste sie durch die Arier-Gesetze in die Schweiz auswandern – vermittelt durch Eduard Thurneysen und Karl Barth. Es ist uns eine Ehre, für Lili Wieruszowski im Festjahr 2021 vor der Friedenskirche einen Stolperstein zu setzen und so die Erinnerung an sie zu bewahren.

Ich wünsche Ihnen allen ein gesegnetes Jahr 2021. Bleiben Sie alle gesund!

Ihr Pfarrer
Siegfried Kuttner