Aus Presbyterium und Gemeindeleben

In diesem Jahr feiern (oder gedenken) unsere jüdischen Mitbürger „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“, Für uns im Presbyterium war das der Anlass, für zwei Menschen mit jüdischen Wurzeln Stolpersteine zum Gedenken an sie aufstellen zu lassen. Beide haben hier in unserer Gemeinde gearbeitet und sind um ihres Glaubens Willen verfolgt worden – obwohl sie zum christlichen Glauben übergetreten waren.
Der eine von ihnen ist Ernst Flatow, der als Jude geboren wurde, dann Christ wurde und Theologie studierte. Bei Pfarrer Bingel absolvierte er sein Vikariat und wurde im August 1927 in der heutigen Friedenskirche ins Pfarramt eingeführt. Infolge des Arierparagraphen wurde er im Marz 1933 entlassen. Nach langer Flucht kreuz und quer durch Deutschland, wurde er im April 1942 ins Warschauer Ghetto deportiert, wo er noch im gleichen Jahr verhungerte. Sein Stolperstein wird im nächsten Frühjahr vor seiner letzten Wohnung in Köln aufgestellt – in der Moltkestraße.
Der zweite Stolperstein soll noch in diesem Jahr vor der Friedenskirche aufgestellt werden. Zum Gedenken an Lili Wieruszowski (1899-1971), die von 1922 bis 1925 hier Organistin war. Sie war ebenfalls Kind jüdischer Eltern und später zum Christlichen Glauben übergetreten. Das Schicksal des Ernst Flatow blieb ihr zwar erspart, da sich rechtzeitig Deutschland verließ, aber ihr Lebensweg berührt dennoch. [siehe auch Stolpersteine!]
Joachim Metzner