Aus Presbyterium und Gemeindeleben

Liebe Nachbar*innen,

wenn ich ehrlich bin, ist der Schock noch lange nicht weg und auch ich habe am Mittwoch, den 23. Februar 2022 nicht damit gerechnet, dass Russland einen Krieg gegen die Ukraine beginnen wird. Und doch glaube ich daran und hoffe darauf: »Die Unterdrückung wird einmal aufhören, die Zerstörung eine Ende nehmen und die Verwüster werden aus dem Land verschwinden.«

Wie viele Menschen, mit denen ich seitdem gesprochen habe, hat auch uns Menschen im Presbyterium zunächst einmal eine große Ohnmacht ergriffen. Wir haben gemerkt, wie klein unsere Macht und wie begrenzt unser Spielraum ist. Gleichzeitig tat es gut, mit vielen anderen Menschen an Rosenmontag durch die Kölner Innenstadt zu ziehen und ein Zeichen zu setzen. Auch unsere Ohnmacht ins Gebet zu bringen und Gott diesen Krieg zu klagen, hat uns Mut gemacht. Mut gemeinsam für den Frieden einzustehen und gemeinsam etwas für die Menschen in der Ukraine zu tun. Genau deshalb kam unser Entschluss, alle Spenden, die bei uns für die Menschen in der Ukraine eingehen, als Kirche noch einmal zu verdoppeln. Und genau deshalb haben wir gemeinsam mit euch über 10.000 Euro an die Flüchtlingshilfe der Diakonie spenden können. Danke dafür!

Auch haben wir mit dem Engagement von über 50 Ehrenamtlichen unser Pfarrhaus in der Fridolinstraße zur Flüchtlingsunterkunft ausgebaut, in der nun 14 Frauen, ein Kind und zwei Katzen vorübergehend leben können. Noch immer engagieren sich Ehrenamtliche, begleiten Ämtergänge, geben Deutschunterricht und helfen bei der Wohnungssuche. Als nächsten Schritt werden wir nun Wohnungen finden müssen, immer für zwei oder drei Frauen. Wir wissen um den Kölner Wohnungsmarkt und doch bin ich optimistisch, dass wir für diese 15 Menschen Orte finden, wo sie sicher leben können.

Ich bin dankbar und stolz auf alle, die dazu beigetragen haben diese Zeichen für den Frieden und für die Menschen zu setzen!
Und ich bin dankbar für ein Presbyterium, was in den richtigen Momenten nicht zögert, sondern zupackt und sich seiner Leitungsverantwortung bewusst ist.

Pfarrer Stefan Dross