EisHeiligen

Kleines Glück und großes Glück

 

In diesen besonderen Zeiten in einem Haushalt mit acht Erwachsenen und drei Kindern zu leben, bringt zwar Herausforderungen mit sich, aber eben auch große Freuden: Zusammen an einem Tisch sitzen und essen, gemeinsam Singen und Beten, Kinder, die im Garten oder im Spielbereich zusammen herumtollen. Es ist wahrlich ein Segen, dass ich in dieser Zeit der Kontaktbeschränkungen so viel Kontakt haben durfte, so viele Begegnungen. Gemeinsam im Garten zu arbeiten, sich über die Form unseres Gebetes auszutauschen, zusammen Geburts- tage zu feiern.

collage_klglueck.jpgApropos Geburtstage: Wenn jemand bei uns im Haus Geburtstag hat, dann sammeln sich alle und es wird gemeinsam für das Geburtstagskind ein Segenslied gesungen – seit unserem Einzug im April 2020 machen wir das schon. Immer das gleiche Lied. Ich hatte am 15. Mai Geburtstag, d.h. ich erlebe dies nun schon das zweite Mal. Und es ist ein ganz besonderer Moment, ein berührender. Einer, in dem man eine Gänsehaut bekommt und ­Segen nicht nur ein Wunsch ist, sondern ein Erlebnis wird. Ein Moment, an dem ein Stückchen Himmel wahr wird.

Wir wollen Leben teilen und lernen, uns jeden Tag aufeinander einzulassen und Vergebung zu leben. Das ist oft eine ­Herausforderung. Diskussionen, Absprachen, Unterschiedlichkeit.

Und doch: Sich Gottes Segen zuzusprechen, ja, zuzusingen und dabei dem anderen in die Augen zu schauen, verbindet uns auf eine ganz besondere Art und Weise. Danke, liebe EisHeilige, für dieses Verbundensein, für diesen Zuspruch, für dieses Den-Anderen-Stehen-Lassen-In-All-Seiner*Ihrer Andersartig­keit. Danke für all die Begegnungen und das Zusammenstehen, für all die Gespräche und Auseinandersetzungen! Und danke, liebe Kirchengemeinde Köln-Ehrenfeld! Es macht mir Mut, Teil einer Kirche zu sein, die sich auf dieses Experiment einlässt, Kirche anders zu denken und Neues zu wagen.

Tabea Dross

[Mehr lesen...]