Was ist das – Glück?

Glück — so lautet das Thema des zweiten Gemeindebriefes in diesem Jahr. Ein Thema, mit dem man sich in diesen ungewöhnlichen Zeiten vielleicht ganz automatisch schon beschäftigt. Aber, was ist das eigentlich – Glück?

Ein Freund erzählte mir dieser Tage, er habe beim Spaziergang in der ersten Juni-Woche eine Gruppe Freunde im Biergarten gesehen, die vor sich auf dem Tisch jeder ein großes Bier stehen hatten — und es einfach nur anschauten mit einem Ausdruck puren Glücks im Gesicht. Nach der langen Lockdown-Pause, in der wir alle nicht raus durften, nichts unternehmen und kaum jemanden treffen konnten, war dieser erste Ausflug mit Freunden zu einem gemeinsamen Bier einfach »pures Glück«, das man erst einmal still genießen wollte, bevor es dann ans muntere Plaudern und Trinken ging.

Glück, diese Erfahrung kennen wir alle, ist das Gefühl eines Moments, eines kurzen Augenblicks, vergänglich: wenn man eine gute Nachricht bekommt, wenn man etwas lang Entbehrtes endlich wieder hat, wenn man unverhofft einen lieben Menschen trifft, eine Musik oder etwas, das man sich auf der Zunge zergehen lässt. Das Herz »hüpft einem im Leibe«, und nach wenigen Momenten überlässt das Glück den Platz der Freude.

Das längste Glücksgefühl hatte ich während meines ersten Paragliding-Fluges: In ca. 2000 Meter Höhe, mit Blick auf den Chiemsee, dem Himmel so nah wie nie zuvor. Es war einfach unbeschreiblich und ich dachte damals, wenn ich in diesem Moment hätte sterben müssen, dann hätte mein Leben sich nur für diesen einen Moment unfassbaren Glücks gelohnt. Nach der Landung war ich ­bestimmt noch eine Stunde lang total euphorisch. Diese ganzen Glückshormone, die mein Körper im freien Flug unter Gottes schönem Himmel produziert hatte, überwältigten Geist und Seele.

Doch abseits derart spektakulärer Glücks­-
erlebnisse sind es oft ganz kleine Dinge, die unser Herz zum Lächeln bringen. Der Löwenzahn am Wegesrand, der sich so tapfer gegen den Asphalt der Großstadt behauptet; der Regenbogen nach einem Gewitter oder der freundliche Busfahrer, der die Tür für uns offen hält. Stephan Dross hat auf der Website der Evangelischen Gemeinde dazu eine schöne kleine Galerie von Bildern und Zitaten zusammengestellt.

Wir alle wollen glücklich sein und bei allen möglichen Gelegenheiten wünschen wir uns gegenseitig Glück. Ohne Glück wäre das Leben des Menschen bitter und arm. Philosophen und Schriftsteller haben sich seit Jahrtausenden mit dem Glück auseinander gesetzt. Ein kleine Auswahl finden Sie an der Seite.

Aber was bedeutet Glück für Sie? Was sind Ihre Glücksmomente?

Gabriele Maria Fischer

 

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