
150 Jahre Kirche evangelische Kirche in Ehrenfeld
5. bis 13. Dezember 2026
Eine Festwoche voller Musik, Geschichte und Begegnung
Seit 150 Jahren ist die Friedenskirche ein Ort des Glaubens, der Musik, der Begegnung und des gemeinsamen Lebens in Ehrenfeld. Das wollen wir feiern – mit einer ganzen Woche voller besonderer Veranstaltungen.
Geöffnet Mo–Do 10–12 Uhr und Mi + Do 15–17 Uhr. Kommen Sie vorbei, schauen Sie sich um, nehmen Sie Platz – und vielleicht bei einer Tasse Kaffee oder Tee auch ein wenig Zeit für sich.
Anschließend laden wir alle zu Empfang, Begegnung und einem gemeinsamen Anstoßen auf die nächsten 150 Jahre ein.
13 bis 14 Uhr: Kerstin Rieck, Vorsitzende des Bauausschusses, steht für Fragen zur geplanten Neugestaltung und Sanierung der Friedenskirche zur Verfügung.
Tickets: Reservierung von Tickets über www.evangelisch-ehrenfeld.de
- 11 UhrPilgerweg durch Ehrenfeld
- 12–16 UhrJubiläumsmarkt im Ernst-Flatow-Haus
- 13 UhrOrgelführung für Kinder
- 15 UhrFührung durch die Friedenskirche
- 17 UhrKonzert mit FortySevenEleven
Das ausführliche Programm für den 13. Dezember finden Sie auf einem eigenen Tagesflyer.
Tickets: Reservierung von Tickets über www.evangelisch-ehrenfeld.de
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Alle Einnahmen im Rahmen des Jubiläums kommen der Sanierung der Friedenskirche zugute. Wir freuen uns auf eine festliche Woche mit Ihnen!
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Friedenskirche – Gute Zeiten, schlechte Zeiten
Inzwischen haben wir uns wohl oder übel daran gewöhnt, dass Bauprojekte in Köln mitunter sehr lange dauern. Das war nicht immer so. Beim Bau der Ehrenfelder Friedenskirche – damals noch Kirche Rothehausstraße – ging es ausgesprochen fix, und das trotz leerer Kassen.
Ehrenfeld – zu der Zeit noch selbstständige Stadt – entstand seit den 1840er Jahren. In rascher Folge siedelten sich hier mehrere Industriebetriebe an, die den neu Zugezogenen zahlreiche Arbeitsplätze boten. 1868 hatte Ehrenfeld rund 5000 Einwohner, drei Jahre später waren es schon 9000. Obwohl die überwiegende Mehrheit katholisch war, gab es 650 Protestanten.
Eine eigene Kirche hatten sie allerdings nicht. Vorerst mussten sie ihre Gottesdienste in verschiedenen Kneipen abhalten, u. a. im Ehrenfelder Hof, heute Haus Scholzen. Doch auf Dauer konnte das keine Lösung sein, zumal die Zahl der Protestanten weiter wuchs. Die allermeisten waren einfache Arbeiter, die mit ihrem kargen Lohn haushalten mussten. Aber sie waren erfinderisch: Nach dem Vorbild des Kölner Dombauvereins gründeten sie 1874 den Kirchenbauverein und sammelten eifrig Geld für den Bau einer eigenen Kirche. Mit Erfolg! Das Geld kam aus dem ganzen Kaiserreich zusammen und nach nur zwei Jahren hatte man es geschafft.
Heute können wir nur darüber staunen. Aber nachdem am 30. April 1876 der Grundstein für das Gotteshaus gelegt worden war, konnte unsere Kirche nur wenige Monate (!) später, am 19. Dezember des Jahres, eingeweiht werden. Nur für den Turm hatte das gesammelte Geld noch nicht gereicht. Aber der konnte dank weiterer Spenden schon im Oktober 1877 fertiggestellt werden. Allerdings gestaltete sich alles noch recht provisorisch. So gab es damals noch keine Orgel. Als Ersatz diente ein altes Harmonium, das zuletzt im Betsaal an der Lessingstraße seinen Dienst getan hatte.
Erster Pfarrer der Kirche Rothehausstraße war Fritz Coerper, der von Anfang an alle Hände voll zu tun hatte. Wie schon erwähnt, lebten die meisten Ehrenfelder als einfache Arbeiter unter schwierigen Bedingungen. Vom Aufblühen der Wirtschaft nach der Gründung des Deutschen Reiches 1871 profitierten sie kaum. Meist verschlangen Miete und Lebensunterhalt ihren kargen Lohn. Viele von ihnen standen der Kirche ohnehin skeptisch gegenüber. Was hatten die schönen Worte in der Sonntagspredigt mit ihrer Lebenswirklichkeit zu tun? Nichts! Da musste Pfarrer Coerper mit Unterstützung des Ehrenfelder Frauenvereins schon alle Kraft aufbieten, um die Zweifler durch tätige Menschenliebe vom Gegenteil zu überzeugen.
Etwas anderes kam hinzu. Wie das „hillije Köln“ war auch Ehrenfeld katholisch geprägt. Vor allem in der Zeit des sogenannten Kulturkampfs prallten auch hier die Gegensätze zwischen Katholiken und Protestanten hart aufeinander. Den „Kulturkampf“ hatte Reichskanzler Otto von Bismarck kurz nach der Reichsgründung eröffnet. Er richtete sich gegen die katholische Kirche, denn Bismarck befürchtete, die Gläubigen würden mehr auf Rom als auf die Reichsregierung in Berlin hören. Deshalb wollte er mit teils drastischen Maßnahmen den Einfluss der katholischen Kirche reduzieren: Katholische Kirchen wurden unter staatliche Aufsicht gestellt, die Führung der Standesregister, die bislang den Geistlichen oblag, wurde den Standesämtern übertragen. Hinzu kam die Einführung der Zivilehe und anderes mehr.
All das kam bei den meisten Katholiken überhaupt nicht gut an, und auch der arme Pfarrer Coerper bekam ihre Wut hautnah zu spüren. Sein Nachfolger Pellmann schrieb: „Wie oft wurden am Betsaal und Pfarrhaus die Fenster eingeworfen, wie oft wurde der Pfarrer als calvinistischer Hund beschimpft?“
Doch allmählich beruhigten sich die Gemüter, die Gemeinde wuchs weiter. 1888, als Ehrenfeld der Stadt Köln eingemeindet wurde, waren von den 20 000 Einwohnern immerhin 3000 evangelisch. Doch auf die guten Zeiten folgten bald wieder schlechte. Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, war der anfängliche Jubel bald verstummt. Auch Ehrenfeld litt in den kommenden Jahren zunehmend unter Hunger und Kälte. Schon zu Kriegsbeginn hatte das Presbyterium die Einrichtung einer Suppenküche beschlossen, um die schlimmsten Folgen zu lindern. Die Kirche Rothehausstraße selbst überstand den Krieg ohne nennenswerte Schäden. Allerdings musste man sich von den beiden Bronzeglocken trennen, die 1877 aufgehängt worden waren. Bronze war ein begehrter Rohstoff für die Rüstungsindustrie.
Nach Kriegsende kehrte allmählich wieder Ruhe ein. Mit der Weimarer Republik war eine neue Zeit angebrochen, die auch der evangelischen Kirche frischen Wind brachte. Bezeichnend ist, dass in den 1920er Jahren an der Kirche Rothehausstraße zwei Menschen mit jüdischen Wurzeln beschäftigt waren: die Organistin Lili Wieruszowski und der Hilfsprediger Ernst Flatow. Doch beider Schicksal wurde in der Zeit des Nationalsozialismus besiegelt. Während Lili Wieruszowski durch die Flucht in die Schweiz zumindest ihr nacktes Leben retten konnte, starb Ernst Flatow völlig entkräftet 1944 im Warschauer Ghetto.
Der Zweite Weltkrieg legte auch Ehrenfeld in Schutt und Asche, unsere evangelische Kirche blieb vom Bombenhagel ebenfalls nicht verschont. 1944 wurden Dach, Fenster, Teile der Empore, Orgel und Ausstattungsstücke zerstört. Doch gleich nach Kriegsende machte man sich an den Wiederaufbau und am 23. Oktober 1949 konnte der erste Gottesdienst gefeiert werden. Im Jahr darauf erhielt die Kirche Rothehausstraße den programmatischen Namen Friedenskirche, unter dem wir sie heute kennen.
Wieder kamen bessere Zeiten und das Gemeindeleben erhielt neuen Schwung. Nicht nur das „hillije Köln“ allgemein, auch Ehrenfeld selbst wurde durch den Zuzug der vielen Flüchtlinge und Vertriebenen aus den Ostgebieten immer protestantischer. Zählte die Gemeinde unmittelbar bei Kriegsende rund 12 000 Mitglieder, so waren es 1953 bereits 23 000.
Das spülte in Form von Kirchensteuer natürlich Geld in die Kasse. Und so konnte man es sich auch leisten, das Innere der Friedenskirche binnen weniger Jahre gleich zweimal umzugestalten. Dem modernen Zeitgeist entsprechend gab es damals in vielen Kirchen – katholischen wie evangelischen – gezielte Aufräumaktionen. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs wollte man den Kirchenraum auf das zurückführen, wozu er eigentlich gedacht war: die Nähe zu Gott. Man nannte es Purifizierung. Alles vermeintlich Überflüssige sollte entfernt werden: historische Kunstwerke, verzierte Kanzeln und Altäre ebenso wie Wandgemälde. Das traf auch die Friedenskirche. Zwischen 1960 und 1963 wurden die Altarraumfenster zugemauert und der gesamte Kirchenraum weiß getüncht. Altar, Kanzel und Taufstein verschwanden und wurden durch spartanisch anmutende Elemente ersetzt. Das kam bei den meisten Gemeindemitgliedern überhaupt nicht gut an, weswegen die Purifizierung 1976 auch wieder rückgängig gemacht wurde.
Jetzt, fünfzig Jahre später, wird wieder ein neues Kapitel aufgeschlagen. Wir sind schon sehr gespannt, wie das Innere der Friedenskirche nach der Sanierung aussehen wird …
Karin Feuerstein-Praßer
1876 – 2026
150 Jahre Friedenskirche
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Kapitel 01
Gründung
1872–1878 · 8 Stationen
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9. September 1872
Kauf des Grundstücks für die Kirche
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1874
Gründung des Kirchbauvereins
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30. April 1876
Grundsteinlegung
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19. Dezember 1876
Feierliche Einweihung der Kirche
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Oktober 1877
Fertigstellung des Turms
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17. November 1877
Die ersten beiden Glocken werden aufgehängt
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5. Februar 1878
Staatliche Anerkennung der Gemeinde in Ehrenfeld
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27. Februar 1878
Erste Gemeindevertreterwahl
Gewählt werden 6 Presbyter und 24 Repräsentanten.
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Kapitel 02
Ausbau
1888–1926 · 11 Stationen
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28. Juni 1888
Abnahme der Orgel
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30. September 1888
Beschluss zum Bau einer neuen Kanzel
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17. Februar 1889
Die Kirche erhält eine neue Bestuhlung
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11. Mai 1890
Ein neuer Altar wird angefertigt
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November 1901
Die dritte Glocke wird aufgehängt
Bürgerverein und Kirchenchor stiften gemeinsam das Taufbecken, das auch heute noch benutzt wird.
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26. August 1912
Errichtung einer zweiten Pfarrstelle
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17. April 1917
Beschlagnahmung der Glocken
Die beiden Bronzeglocken werden als Kriegsmaterial beschlagnahmt.
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7. November 1918
Errichtung einer dritten Pfarrstelle
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21. Januar 1923
Zwei neue Glocken werden an die Gemeinde übergeben
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4. Februar 1923
Einweihung des Kriegerehrenmals
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19. Dezember 1926
50. Jahrestag der Einweihung der Kirche
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Kapitel 03
Krieg & Wiederaufbau
1942–1957 · 8 Stationen
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30./31. Mai 1942
Schwerer Bombenangriff
Alle Fenster der Kirche werden zerstört.
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1944
Die Kirche wird schwer getroffen
Am 21. April, 15. Mai sowie am 14./15. und 17. Oktober wird die Kirche durch Bombenangriffe schwer getroffen. Durch Volltreffer werden Dach, Fenster, Emporen, Orgel und Inneneinrichtung schwer beschädigt. Die Außenmauern und der Turm bleiben stehen.
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14. September 1948
Baubefreiungsbescheid
Die britische Besatzungsmacht erteilt den Baubefreiungsbescheid für die Instandsetzung der Kirche.
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23. Oktober 1949
Erster Gottesdienst nach dem Krieg
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12. April 1950
Die Kirche erhält den Namen „Friedenskirche“
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2. Oktober 1955
Einweihung der neuen Peter-Orgel
Die Orgel wird im Erntedankgottesdienst eingeweiht.
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9. Oktober 1955
Erstes Orgelkonzert nach dem Krieg
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1957
Reparatur des Turms
Der obere Teil des Turms wird repariert und ein neues Kreuz angebracht.
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Kapitel 04
Umbau & Erneuerung
1961–1997 · 5 Stationen
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16. Juni 1961
Beschluss zum Umbau
Das Presbyterium beschließt den Umbau der Friedenskirche.
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1. Dezember 1963
Erster Gottesdienst nach dem Umbau
Am 1. Advent wird nach umfangreichen Umbauarbeiten nach Plänen des Architekten Rasch wieder Gottesdienst gefeiert.
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1. Januar 1967
Die Gemeinde Ehrenfeld wird verkleinert
Zu ihr gehören noch Teile von Alt-Ehrenfeld und Neu-Ehrenfeld mit ca. 13.000 Gemeindegliedern.
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1975/76
Umfangreiche Renovierung
Nach Plänen des Architekten Karl Lothar Dietzsch: Rekonstruktion des Altarraums, neue Chorraumfenster und eine neue Trägerkonstruktion für die Kuppel.
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1996/97
Aufwändige Restaurierung der Orgel
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Kapitel 05
Neue Räume
2007–2018 · 6 Stationen
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2007
Wettbewerb für ein neues Gemeindezentrum
Den 1. Preis im Realisierungswettbewerb erhalten die Architekten Lepel & Lepel.
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2009
Abriss der alten Gebäude
Gemeindehaus, Pfarrhaus und Küsterhaus werden für den Neubau des Ernst-Flatow-Hauses abgerissen.
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4. Dezember 2009
Grundsteinlegung für das Ernst-Flatow-Haus
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10. September 2010
Richtfest am Ernst-Flatow-Haus
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2011
Fertigstellung des Ernst-Flatow-Hauses
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2017/18
Erneute Restaurierung der Peter-Orgel
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Kapitel 06
Auf dem Weg zum Jubiläum
2022–2026 · 8 Stationen
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15. März 2022
Stolperstein für Lili Wieruszowski
Sie arbeitete von 1922 bis 1925 als Organistin in der Friedenskirche. Inschrift: „Hier arbeitete Lili Wieruszowski, Jg. 1899, Berufsverbot 1933, Flucht 1933 Schweiz.“
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15. März 2022
Stolperstein für Pfarrer Ernst Flatow
Vor seiner letzten Wohnung in Köln, Hildeboldplatz 23, wird ein Stolperstein verlegt. Inschrift: „Hier wohnte Pfarrer Ernst Flatow, Jg. 1887, versteckt gelebt, deportiert 1942, Ghetto Warschau ermordet.“
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2022
Erste Überlegungen zur Neugestaltung
Mit Blick auf das 150-jährige Jubiläum beginnen die Überlegungen zur Neugestaltung der Friedenskirche.
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1. Januar 2024
Fusion mit der Kirchengemeinde Bickendorf
Gemeinsam bilden beide die neue Kirchengemeinde Ehrenfeld. Ca. 13.000 Gemeindeglieder leben in den Stadtteilen Ehrenfeld, Neuehrenfeld, Bickendorf, Ossendorf, Vogelsang und Bocklemünd.
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2026
Architektenwettbewerb
Ein Architektenwettbewerb zur Neugestaltung der Friedenskirche wird ausgelobt.
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15. Juni 2026
Entscheidung des Preisgerichts
Das Preisgericht entscheidet sich für den Entwurf der Zeller Architektur GmbH aus Köln.
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5.–13. Dezember 2026
Festwoche zum 150-jährigen Jubiläum
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6. Dezember 2026
Festgottesdienst zum Jubiläum
Mit Vizepräses Antje Menn.
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Berlinarchitektur in Köln
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Beim Anblick der Friedenskirche in Ehrenfeld mit ihrer roten unverputzten Backsteinarchitektur fühlt man sich an Berlin und die Mark Brandenburg erinnert. Der Bruder des ersten Pfarrers der jungen evangelischen Gemeinde Ehrenfeld, der Berliner Architekt Carl Theodor Coerper, errichtete den Bau 1876 nach Musterentwürfen für kleinere Gemeindekirchen der obersten preußischen Baubehörde in Berlin. Hielt man sich an diese Vorschläge, konnte die Gemeinde mit einer problemlosen Baugenehmigung rechnen und die Baukosten gut abschätzen, waren die Bauentwürfe doch durchkalkuliert. Die Gemeinde konnte sich wie im Versandhandel von heute aus den Entwürfen eine Kirche bestellen. Am 30. April war Grundsteinlegung, nur acht Monate später am 19. Dezember 1876 war die feierliche Einweihung. Die Turmvollendung erfolgte ein Jahr später. Gerade der Turm war der evangelischen Gemeinde in Zeiten des preußischen Kulturkampfes wichtig, wollte sie sich doch nach Jahrhunderten der Ausgrenzung in Köln selbstbewusst dem katholischen Umfeld in Ehrenfeld präsentieren.
Es entstand ein schlichter kubischer Saalbau mit Gesimsen, den charakteristischen Rundbogenfenstern an den Längsseiten des Kirchenschiffs, einem Turm mit Steindach und einem Altarhaus (Chor). Die Kirche entsprach damit den Bauleitlinien, die von den evangelischen Landeskirchen 1861 entwickelt worden waren, um den sehr unterschiedlichen evangelischen Kirchenbau zu vereinheitlichen: Auch in Ehrenfeld entstanden ein hoher Turm an der Eingangsfront, im Inneren ein stützenloser Saal, über dem Eingang die Orgelempore, ihr gegenüber der frei und erhöht stehende Altar in einem eigens angebauten Altarraum, am Übergang vom Schiff in den Altarraum die Kanzel auf der linken Seite.
Der Innenraum ist optisch auf die drei Prinzipalstücke Altar, Kanzel und Taufstein (rechts vom Altar) ausgerichtet: das Abendmahl am Altar und die Taufe als die beiden evangelischen Sakramente, die Predigt von der Kanzel als ein liturgischer Hauptteil des evangelischen Gottesdienstes. Betont wurde diese Raumausrichtung durch seitliche Emporen an den Längswänden des Kirchenschiffs, weshalb die Fenster recht hoch ansetzen. Der Altarraum wird als Ort des heiligen Abendmahlssakraments besonders architektonisch betont, indem er im Gegensatz zum flach gedeckten Langhaus gewölbt ist und der Eingang vom Schiff durch Halbpfeiler und stuckierten Rundbogen ausgezeichnet wird. Diese Bevorzugung des Altares verweist auf eine lutherische Grundhaltung der Entwurfszeichner, verzichteten die in Köln mehrheitlich lebenden Reformierten doch auf einen eigenen Altarraum.
Ein Alleinstellungsmerkmal der Friedenskirche in der evangelischen Kirchenlandschaft Kölns ist die Erstausstattung des 19. Jahrhunderts, die sich teilweise in Kanzel und Verkleidung des Altarblockes erhalten hat – leider in einer unpassenden Farbgebung. Der für Köln nicht unwichtige Architekt Albert Albes (Lutherkirche Nippes) entwarf sie in neuromanischen Formen. Die 1923 veränderte Kanzel zeigt die typische Darstellung der Evangelisten mit ihren Symbolen (Matthäus mit Engel, Lukas mit Stier und Johannes mit Adler); Markus mit Löwe fehlt. Am Altarblock ist auf der Frontseite in der Mitte der Verkauf des Josef durch seine Brüder dargestellt, umrahmt von den Propheten Jeremia und Ezechiel. Die Seiten zeigen die Propheten Daniel (links) und Jesaja.
Der Altarraum erhielt 1923 durch den Vorarlberger Künstler Joseph Huber ein Kriegerehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Von ihm ist das expressionistische Mosaik erhalten geblieben, unter dem sich ursprünglich die Tafeln mit den Namen der gefallenen Gemeindemitglieder befanden.
Die Friedenskirche ist architektonisch und künstlerisch ein bemerkenswertes Kind ihrer Zeit im aufstrebenden Industrieort Ehrenfeld und der älteste Kirchenbau im Kölner Nordwesten.
Gunnar Mertens
Realisierungswettbewerb zur Friedenskirche
Neue Gestalt für den Kirchenraum
Seit 150 Jahren gibt es die Friedenskirche in der Rothehausstraße in Ehrenfeld. Ihre äußere Gestalt hat sich kaum verändert, der Innenraum wurde jedoch mehrfach umgestaltet. Nun steht die nächste Neugestaltung an, um einen Raum zu schaffen, der den Aufgaben des sich wandelnden Gemeindelebens gewachsen ist.
Geldspenden und Kollekten
Helfen Sie mit, die Friedenskirche zu bewahren
Die Friedenskirche – insbesondere der Kirchturm – muss dringend saniert werden. Die veranschlagten Kosten von rund 1,9 Millionen Euro übersteigen die Möglichkeiten unserer Gemeinde deutlich. Darum bitten wir Sie herzlich um Ihre Unterstützung. Jeder Beitrag hilft, dieses besondere Gotteshaus für kommende Generationen zu bewahren – ganz gleich, ob groß oder klein.
So können Sie helfen
Kollekte
durch die Kollekten im Anschluss an die Gottesdienste in allen Kirchen
Überweisung
auf das Konto der Ev. Kirchengemeinde Ehrenfeld
IBANDE68 3705 0198 0004 6724 57
Stichwort: „Sanierung Friedenskirche“
Gemeinde-App
über das Online-Spendenportal in unserer Gemeinde-App unter dem Stichwort „Sanierung Friedenskirche“
Gerne stellen wir Ihnen auf Wunsch eine Spendenquittung aus. Als Zeichen unseres Dankes laden wir alle Spenderinnen und Spender schon jetzt herzlich zu unserem 150-jährigen Jubiläum in der Woche vom 5. bis 13. Dezember ein. Vielen Dank für Ihre Verbundenheit und Unterstützung!